Was kostet der Dispo wirklich?
Das Girokonto ist überzogen, der Monat noch nicht vorbei – das kennen viele. Was die meisten dabei unterschätzen: Dispozinsen gehören zu den teuersten Kreditformen überhaupt. Der Dispo-Rechner macht die tatsächlichen Kosten sichtbar, bevor sie sich unbemerkt summieren.
Eingabe von Überziehungsbetrag, Zinssatz und Dauer genügt – das Ergebnis zeigt die anfallenden Zinsen auf den Tag genau.
So funktioniert die Berechnung
Die Grundlage ist eine einfache Zinsformel:
Zinskosten = Überziehungsbetrag × Zinssatz (p.a.) ÷ 365 × Anzahl der Tage
Ein Beispiel: Wer sein Konto um 800 Euro überzieht, einen Dispozins von 12 % pro Jahr hat und das Konto 30 Tage im Minus bleibt, zahlt dafür:
800 × 0,12 ÷ 365 × 30 = ca. 7,89 Euro
Das klingt zunächst wenig – wird das Konto aber über mehrere Monate oder mit höheren Beträgen überzogen, steigen die Kosten spürbar an. Bei 2.000 Euro Überziehung über 90 Tage wären es bei gleichem Zinssatz bereits rund 59 Euro allein an Zinsen.
Was Sie für die Berechnung eingeben
| Eingabe | Erklärung |
|---|---|
| Überziehungsbetrag | Wie hoch ist das Konto im Minus? |
| Dispozins (p.a.) | Der jährliche Zinssatz Ihrer Bank – steht im Preisaushang oder in den Kontoauszügen |
| Überziehungsdauer | Wie viele Tage bleibt das Konto voraussichtlich überzogen? |
Den aktuellen Dispozinssatz finden Sie in den Kontounterlagen Ihrer Bank oder direkt auf deren Website. Die Zinssätze variieren je nach Anbieter erheblich – ein Vergleich lohnt sich.
Warum der Dispo so teuer ist
Im Vergleich zu anderen Kreditformen schneidet der Dispositionskredit fast immer schlechter ab. Ein Ratenkredit oder ein Privatkredit hat in der Regel einen deutlich niedrigeren Effektivzins. Der Dispo ist hingegen dauerhaft verfügbar, ohne Antrag und ohne Laufzeitbindung – diese Bequemlichkeit hat ihren Preis.
Wer den Dispo gelegentlich kurz nutzt, zahlt meist überschaubare Beträge. Kritisch wird es, wenn das Konto dauerhaft überzogen bleibt. Dann werden aus kleinen monatlichen Beträgen über das Jahr gesehen echte Kosten.
Die Deutsche Bundesbank veröffentlicht regelmäßig Statistiken zu durchschnittlichen Dispozinssätzen deutscher Banken. Diese zeigen, wie stark die Konditionen zwischen einzelnen Instituten auseinandergehen können.
Häufige Missverständnisse rund um den Dispo
- „Der Dispo ist kostenlos, wenn ich ihn nicht nutze." Richtig – Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag und nur für die Zeit der Überziehung an. Eine eingeräumte Kreditlinie, die ungenutzt bleibt, kostet in den meisten Fällen nichts.
- „Ich zahle den vollen Jahreszins." Nein. Der Zinssatz wird auf die tatsächlichen Tage umgerechnet. Wer drei Tage überzieht, zahlt auch nur für drei Tage.
- „Mein Dispo hat denselben Zinssatz wie mein Ratenkredit." Das ist fast nie der Fall. Dispozinsen liegen typischerweise deutlich über den Zinsen für klassische Verbraucherkredite.
Wann lohnt sich ein Umstieg auf einen anderen Kredit?
Wer das Konto regelmäßig über längere Zeiträume überzieht, sollte überlegen, ob ein Ratenkredit die günstigere Lösung wäre. Dieser hat einen festen Zinssatz, eine klare Laufzeit und ist bei vielen Banken und Direktanbietern schon ab kleinen Beträgen erhältlich.
Auch ein Abrufkredit – manchmal als Rahmenkredit bezeichnet – kann eine günstigere Alternative sein. Er funktioniert ähnlich wie ein Dispo, hat aber in der Regel niedrigere Zinsen.
Ein paar Überlegungen, die dabei helfen:
- Wie oft und wie lange ist das Konto im Minus?
- Handelt es sich um einen planbaren Engpass oder um eine wiederkehrende Situation?
- Wie groß ist der Unterschied zwischen dem aktuellen Dispozins und einem möglichen Kreditangebot?
Der Dispo-Rechner hilft, die Kosten der Überziehung konkret zu beziffern – und damit die Entscheidung auf einer soliden Grundlage zu treffen.
Kurzer Hinweis zur Nutzung